ASUS ROG Xbox Ally im Alltag: Zocken, wo ich will

ASUS ROG Xbox Ally im Alltag: Zocken, wo ich will

Erfahrungsbericht: ASUS ROG Xbox Ally

Manchmal will man einfach auf dem Sofa zocken, ohne den Schreibtisch im Rücken, und gelegentlich auch mobil, etwa im Hotel oder auf der Terrasse. Genau dafür habe ich mir das ASUS ROG Xbox Ally geholt.

Dass daraus ein WoW-Handheld wird, war so nicht geplant. Es hat sich einfach entwickelt: Inzwischen ist World of Warcraft mit dem Addon ConsolePort mein Haupteinsatz, wahlweise in der Hand oder am Dock am Monitor. Ob das aufgeht, erzähle ich euch hier. Vorab nur so viel: Das Ding wirkt auf dem Tisch groß, liegt aber super in der Hand und ist richtig geil.

Hinweis: Das Gerät habe ich selbst gekauft, es ist weder eine Leihgabe noch ein Testmuster. Ich nutze es seit Juli. Dieser Beitrag gibt meine persönlichen Eindrücke aus dem Alltag wieder. Technische Daten und Preise stammen aus Herstellerangaben und Fachtests, Stand 2. November 2026. Messwerte habe ich nicht selbst erhoben.

Worum es überhaupt geht: WoW, Controller und kein echter Konsolenport

Ein kurzer Realitätscheck vorweg: Eine native Konsolenversion von World of Warcraft gibt es nicht. Game Director Ion Hazzikostas hat sich dazu bislang eher ablehnend geäußert, und aktuell bleibt der PC der einzige Weg. Bei der BlizzCon war immerhin zu sehen, dass sich der neue Ableger WoW Forever bereits mit einem Xbox-Controller spielen lässt. Eine Xbox-Version ist damit aber ausdrücklich nicht angekündigt.

Für mich heißt das: Ich brauche keinen Konsolenport, ich brauche einen guten Handheld-PC und ein Addon, das die Bedienung für den Controller umbaut. ConsolePort macht genau das, indem es Menüs und Aktionsleisten auf das Gamepad legt. Und das Ally ist dafür ein erstaunlich stimmiges Gerät, weil es von Haus aus auf Controllerbedienung getrimmt ist.

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Preis und Technik: Was drinsteckt

Kommen wir zu den Daten. Das ROG Xbox Ally ist die günstigere der beiden Varianten und startete am 16. Oktober 2025 mit einem Preis von 599 Euro. Im Inneren arbeitet ein AMD Ryzen Z2 A mit vier Zen-2-Kernen und einer Grafikeinheit auf RDNA-2-Basis, dazu kommen 16 GB RAM, eine 512 GB große M.2-SSD und ein Akku mit 60 Wh. Die Leistungsaufnahme lässt sich zwischen 15 und 30 Watt konfigurieren. Das Display misst sieben Zoll, löst mit 1080p auf und schafft bis zu 120 Hz.

Das große Schwestermodell, das ROG Xbox Ally X, kostete zum Start 899 Euro und bringt einen Ryzen Z2 Extreme, 24 GB RAM, 1 TB Speicher und einen 80-Wh-Akku mit. Wer sich fragt, ob sich der Aufpreis lohnt: Dazu komme ich gleich.

Die Fachpresse ist beim Basismodell nicht gerade zimperlich. Tester halten den Startpreis von 599 Euro für zu hoch. Dazu kommen einige Kleinigkeiten, die man kennen sollte: keine Webcam und kein Wi-Fi 7. Das ist fair und sollte man wissen, bevor man kauft.

Aktuell liegt die UVP weiterhin bei 599 Euro. Neu gibt es das Ally aber oft für rund 549 Euro, und gebraucht bewegt man sich nach meinem Eindruck grob um die 400 Euro (Stand 2. November 2026). Bei mir waren es ebenfalls 400 Euro, durch einen glücklichen Zufall.

Ergonomie: groß, aber gut

Mit rund 670 Gramm ist das Ally kein Fliegengewicht, und die Griffe fallen deutlich wuchtiger aus als bei den bisherigen ROG-Ally-Modellen. Auf dem Tisch kann das sperrig wirken. Beim Spielen merkt man davon nichts.

Beim längeren Spielen sind die Griffe sogar ein echter Vorteil, die Ergonomie passt für mich einfach. Einen Zusatzcontroller vermisse ich nicht, auch wenn ich gerade überlege, mir den bald erscheinenden Xbox Nano Controller dazuzuholen. Mal schauen. Für unterwegs gehört eine vernünftige Tasche dazu, in die auch Netzteil und Ladekabel passen. Dann ist das gar kein Problem.

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Vergleich mit dem Steam Deck

Vor dem Xbox Ally hatte ich zeitweise zwei Handhelds parallel: ein Steam Deck in der LCD-Version und das ROG Ally. Beim Steam Deck liegt für mich der größte Unterschied in der Handhabung. Das Deck war für mich weniger angenehm zu halten, einfach weil das Ally die verlängerten Griffe hat. Das macht für mich im Alltag viel aus.

Dafür haben die Trackpads des Steam Decks natürlich ihren Reiz. Die vermisse ich manchmal, aber ich komme auch sehr gut ohne sie klar. Bei den reinen Leistungswerten sehen andere Tester das Basismodell in Spielen hinter dem Steam Deck OLED. Für meinen Einsatz reicht das Ally aber.

Vom Z1 zum Z2 A: Der Leistungssprung

Mein ROG Ally, das ich parallel zum Steam Deck hatte, lief mit dem normalen Z1, nicht mit dem Extreme. Den Leistungssprung merke ich deutlich. Zur Einordnung: Tests sehen das Basismodell in Spielen klar hinter dem ROG Ally mit Z1 Extreme. Wer von der Extreme-Variante kommt, dürfte das also anders erleben als ich.

Am Dock: Hier wird aus dem Handheld eine kleine Konsole

So richtig aufgeblüht ist das Ally für mich am Dock. Ich nutze keine offizielle Dockingstation, sondern ein Modell eines Drittanbieters, und das läuft einwandfrei. Bildschirm vor der Nase, Controller in der Hand, und plötzlich fühlt sich WoW an, als hätte Blizzard doch heimlich eine Konsolenfassung gebaut. Das hatte ich so nicht erwartet.

Als Controller nutze ich im Dock den aktuellen Standard-Controller der Xbox Series X, keinen Elite oder ähnliches.

Microsoft und ASUS haben dem Handheld im April 2026 ein Update spendiert, das den Dock-Betrieb deutlich runder macht. Sobald ein externer Bildschirm erkannt wird, schaltet sich das eingebaute Display ab und das Bild wandert komplett auf den großen Monitor. Der Handheld verhält sich dann ähnlich wie eine Switch im Dock. Koppelt man einen Xbox-Controller, wird der erste gekoppelte Controller zum Spieler 1 und die eingebauten Tasten des Geräts werden automatisch deaktiviert. Dazu gibt es ein Display-Widget in der Game Bar, mit dem sich Auflösung und Bildwiederholrate per Controller anpassen lassen, und einen Gamepad-Cursor für Anwendungen, die keine Controllersteuerung kennen. Laut Microsoft kommen die Funktionen schrittweise auch auf weitere Docks, je nach Modell kann es also Unterschiede geben.

Gerade der Gamepad-Cursor ist für WoW-Spieler Gold wert. Der Battle.net-Launcher ist nun mal nicht für den Controller gebaut, und wer schon einmal versucht hat, vom Sofa aus mit einem Pad durch Launcher-Menüs zu klettern, weiß, was gemeint ist.

Xbox Vollbild: Windows mit Konsolen-Manieren

Das Ally startet standardmäßig in die Xbox-Vollbildoberfläche. Die bündelt Spiele aus verschiedenen Stores an einer Stelle, darunter auch Battle.net, und lässt sich komplett mit dem Controller bedienen. Wer mehr braucht, kann jederzeit in den normalen Windows-Desktop wechseln.

Wichtig zu wissen: Das ist am Ende trotzdem Windows. Tester weisen darauf hin, dass der Modus die Bedienung vereinfacht, aber keine Leistungsvorteile bringt. Ich sehe das genauso. Es ist ein sehr gelungener Komfortgewinn, aber kein Zaubertrick.

Im Alltag: Sofa, Terrasse, Büro und Hotel

Genutzt wird das Ally bei mir meistens zu Hause auf dem Sofa oder auf der Terrasse, ab und zu auch im Sessel im Büro. WoW fühlt sich mit dem Ally generell super gut an. Die Bedienung mit ConsolePort ist intuitiv, und der Bildschirm ist mit seinen sieben Zoll nicht zu klein.

Und weil das Gerät auch mobil funktioniert, ist es für unterwegs, etwa im Hotel, grandios gut. Tasche mit Netzteil und Kabel einpacken, Ally raus, fertig.

Reicht die Leistung für WoW?

Ich habe keine Messwerte für euch, aber aus dem Alltag kann ich berichten. Beim Questen und in Dungeons macht das Basismodell keine Probleme. In den Hauptstädten und in Raids kann es mal knifflig werden, mit den richtigen Einstellungen läuft das aber auch. Das überrascht nicht, denn WoW hängt in vollen Städten und großen Raids erfahrungsgemäß stark am Prozessor, und das Basismodell hat nur vier Zen-2-Kerne. Grafisch passt das weiterhin, nur eben nicht auf Ultra. Wer jeden Regler auf Anschlag drehen oder dazu noch aktuelle AAA-Titel mit hohen Details spielen will, sollte die Kritik der Tests ernst nehmen und eher zum X greifen.

Akku, Lüfter und Display

Beim Akku bin ich ehrlich: Ich spiele meistens am Kabel. Zum Zocken stelle ich den internen Turbo-Modus ein, der zieht etwas mehr, und einen ganzen Abend hält der Akku damit nach meinem Eindruck nicht durch. Ich orientiere mich also stark an der Steckdose, und dazu gehört ein vernünftiges Ladekabel. Manche bauen sich das Gerät mit einem Battery Pack hinten dran um, das mache ich nicht.

Der Lüfter ist hörbar. Man merkt, dass er ordentlich powert, und es kommt gut warme Luft heraus, aber extrem stört das nicht. Kopfhörer nutze ich aus Bequemlichkeit, um selbst besser im Spiel zu sein, nicht weil ich sie müsste.

Beim Display bemängeln Tests, dass die Helligkeit hinter der Herstellerangabe zurückbleibt. Bei mir war das bisher kein Problem. Meine Terrasse ist teilüberdacht und umschlossen, hat aber auch direkte Sonneneinstrahlung, und es ging bisher immer gut. Sonderfälle habe ich nicht getestet.

Basis oder X?

Die kurze Antwort lautet: Es kommt darauf an, was ihr vorhabt. Die 300 Euro UVP-Aufpreis zum X-Modell kaufen mehr Rechenleistung, mehr Speicher und einen größeren Akku. Wer anspruchsvolle Titel im Blick hat, ist beim X besser aufgehoben. Wer wie ich vor allem WoW spielt und bereit ist, in Hauptstädten und Raids an den Einstellungen zu drehen, kommt mit dem Basismodell klar. Beim Preis lohnt sich ein Vergleich, denn neu gibt es das Basismodell oft unter UVP und gebraucht noch günstiger.

Fazit

Zur UVP ist das ROG Xbox Ally kein Preis-Leistungs-Sieger, das sagen die Tests zu Recht. Für mich ist es trotzdem genau das, was ich mir davon versprochen hatte: ein Gerät, mit dem ich bequem auf dem Sofa, auf der Terrasse oder am Monitor zocke. Dass WoW mit ConsolePort dabei zu meinem Haupteinsatz geworden ist, hätte ich anfangs nicht gedacht. Ein Akku für den ganzen Abend ist es im Turbo-Modus allerdings nicht, die Steckdose bleibt mein ständiger Begleiter.

Wer einen winzigen Begleiter für die Hosentasche sucht, wird mit dem Ally nicht glücklich. Wer aber bereit ist, eine Tasche mit Platz fürs Netzteil mitzunehmen, bekommt eine Lösung, die auch im Hotel erstaunlich gut funktioniert, und zu Hause erst recht. Ich feiere das richtig.

Wir sehen uns in Azeroth, diesmal mit Controller in der Hand.

Bildnachweis Titelbild und weitere Bilder: Fotos: Sebastian Lindschulte, ASUS, Microsoft (Pressematerial)