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Screenshot: youtube.de

Deadpool ist beinah weltweit in den Kinosälen zu sehen. Groß angelegt, als Retter für einsame Seelen am Valentinstag angesetzt – der Film schlägt ein wie eine Bombe. Kein typischer Superheldenfilm. Einfach nur dreckige Unterhaltung mit einem ganzen Batzen Humor.

Kurz zum Inhalt – worum geht es eigentlich?

Beim ehemaligen Elitesoldaten Wade Wilson wird Krebs diagnostiziert. Gerade dann, wenn sein Leben eine gute Wendung nimmt – er unterzieht sich einem gefährlichen Experiment und stirbt beinah dabei. Gleichzeitig erlangt er jedoch enorme Heilungskräfte, seine Zellen regenerieren sich unsagbar schnell. Von nun an kennt er nur noch ein Ziel: Den Mann vernichten, der ihm das angetan hat.

Es geht natürlich um Deadpool. Der Mann mit dem roten Anzug und dem losen Mundwerk ist endlich in den Kinos zu sehen. Nach einem sehr erbarmungswürdigen Auftritt in „X-Men Origins: Wolverine“ nimmt Ryan Reynolds das Heft in die Hand und kämpft für eine Neuauflage seines Helden. Gemeinsam mit Lauren Shuler Donner und Simon Kinberg produziert er den neuen Streifen, Tim Miller (Thor – The Dark Kingdom) führt Regie. Mit einem Budget von etwa 50 Millionen Dollar machen sie sich ans Werk.

Wer macht mit? Kennt man die?

Über Ryan Reynolds als Deadpool braucht man nicht viele Worte verlieren. Er spielt einfach wunderbar, die Rolle ist ihm auf den Leib geschrieben. Morena Baccarin (Gotham) spielt Vanessa Carlysle / Copycat, ist allerdings keine Mutantin. T.J. Miller (Baymax, Drachenzähmen leicht gemacht) verkörpert seinen Kumpel Weasel. In der Rolle des bösen Counterparts finden wir Ed Skrein (The Transporter Refueled), er ist Francis Freeman / Ajax.

Die Rollen sind durch die Bank gut besetzt, den Schauspielern nimmt man ihre Charaktere gut ab. Das geht von den Hauptrollen bis hin zu den Nebenrollen, die in jedem Fall deutlich Lust auf mehr machen.

Und sonst so?

Passt. Der Film ist sicherlich kein Meisterwerk der bildenden Unterhaltung. Deadpool hat nicht ohne Grund in Amerika ein R-Rating – Gewalt, Sprache und Darstellung: Alles ist aufeinander abgestimmt und definitiv nicht für die Augen von Kindern und Jugendlichen gedacht. Die Entscheidung ist also richtig und wichtig. Denn nur so kann Deadpool wirklich Deadpool sein.

Und wo Deadpool draufsteht, da ist auch Deadpool drin.

Nach dem Debakel mit „X-Men Origins: Wolverine“ lässt Reynolds nichts anbrennen und hält sich in der Verkörperung sehr nah an der Comic-Vorlage. Und das tut dem Film gut. Er durchbricht nebenbei wiederholt die vierte Wand. Deadpool weiß, dass er eine fiktive Figur ist und spricht regelmäßig den Zuschauer an.

Die Kritiken und vor allem das Einspielergebnis geben dem Team eindeutig Recht: Am verlängerten Startwochenende spielte Deadpool alleine in Nordamerika 150 Millionen US-Dollar ein. International kommen noch 132,1 Millionen Dollar dazu. Eingeplant waren nur 60 bis 65 Millionen.

Meine Meinung?

Wie oben geschrieben – die Rollen sind passend besetzt, gerade Ryan Reynolds merkt man das Herzblut sehr an. Die Story ist ausreichend, zu viel würde dem Film nicht gut tun. So kann man sich mehr auf die Stärken konzentrieren: Eine seichte Handlung mit viel Humor, Spektakel und Geek-Stuff. Ein etwas absurder Film mit überragend guten Ideen und einem hohen Unterhaltungswert.

Gerne wieder!